Geschenkte an Ärzte

Geschenke an Ärzte: was ist erlaubt

Bestimmt haben Sie solche Situationen schon mal erlebt: Ein zufriedener Patient möchte sich gerne bei seinem behandelnden Arzt bedanken. Blumen, Schokolade, Pralinen, teurer Whiskey, eine goldene Uhr, goldene Manschettenknöpfe oder ein teures Parfüm für jede Krankenschwester auf der Station… In Russland durchaus möglich und üblich, aber in Deutschland? Wie gehen Sie als Dolmetscher damit um?

Annahme von Vorteilen verboten

In Deutschland ist Annahme von Vorteilen laut den Berufsordnungen von Landesärztekammern strengstens verboten. Ärzten ist es nicht gestattet, von Patienten Geschenkte oder andere Vorteile anzunehmen, „wenn dadurch der Eindruck erweckt wird, dass die Unabhängigkeit der ärztlichen Entscheidung beeinflusst wird“ [1]. Da keiner wegen unerlaubter Zuwendungen seinem Ruf schaden will, werden unangemessene Geschenke in der Regel abgelehnt.

Ihre interkulturelle Kompetenz ist gefragt

Wenn Sie wissen, dass der von Ihnen betreuende Patient solche Geschenke für seinen Arzt besorgen möchte, ist Ihre interkulturelle Kompetenz gefragt. Erklären Sie ihm höflich die kulturellen und rechtlichen Unterschiede zwischen Russland und Deutschland. Weisen Sie ihn darauf hin, dass Ärzte eher ablehnend auf teure Geschenke reagieren und diese nicht annehmen.

Annehmbare Alternativen

Wenn man sich dennoch unbedingt in irgendeiner Form (außer mündlicher) bedanken will, gibt es beispielsweise folgende schöne Alternativen:

  • Spenden und Unterstützung für (onkologische) Kinderstationen (Spielzeug, neue Vorhänge, kleines Konzert mit Clowns etc.)
  • Kleine Spende (ca. 20 EUR) an das Stationspersonal (dafür gibt es manchmal kleine Sparschweine auf den Stationen).
  • Direkte Anfrage beim zuständigen Arzt, welche Art von Zuwendung akzeptabel und erlaubt wäre.

Wenn man zu diesen Möglichkeiten greift, ist man auf der sicheren Seite, ohne dabei die Ärzte in Verlegenheit zu bringen und dennoch die Dankbarkeit ihnen gegenüber zu äußern. Und dies in einer schönen und respektvollen Form.

Quellen:

[1] Bundesärztekammer (2011). (Muster-)Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte (Stand 2011). http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/MBO_08_20112.pdf (17.02.2015)

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