Stressfreier im Arbeitsalltag

Stressfreier im Arbeitsalltag

Wenn Dolmetscher schwerkranke Patienten begleiten und mit deren Verzweiflung und Sorgen konfrontiert sind, stoßen sie manchmal an ihre Grenzen. Auf Dauer kann es zu Überforderung und psychischer Erschöpfung führen. Als Ergebnis kann die Dolmetscherarbeit nicht mehr professionell ausgeführt werden. Was kann ein Dolmetscher tun, um stressfreier im Arbeitsalltag zu agieren?

Hier ein paar Tipps:

  • Mitgefühl zeigen, Mitleiden vermeiden

Emotionale Verbundenheit mit dem Patienten ist die Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung. Ihr Mitgefühl ist deswegen eine große Stütze für den Patienten. Seien Sie aber vorsichtig, dass das Mitgefühl nicht das Ausmaß vom Leiden annimmt, in dem Sie sich selber verlieren und keine kontrollierte Unterstützung mehr bieten können.

  • Neutralität bewahren

Neutralität zu bewahren ist für alle schwierig: für Dolmetscher, für Ärzte, für Psychologen. Durch die Neutralität gelingt es aber, die innere Abgrenzung zu erreichen und somit den Patienten auf seinem Leidensweg professionell zu begleiten. Beherrschen Sie die neutrale Stellung, vermeiden Sie Dolmetschfehler wie Auslassungen oder Interpretation. Diese entstehen zum Beispiel, weil man das Gefühl hat, den Patienten schonen zu müssen. Trainieren Sie also diese Fähigkeit, sie ist erlernbar.

  • Abschalten

Haben Sie einen schweren Dolmetscheinsatz hinter sich? Versuchen Sie sich abzuschalten, indem Sie Sport treiben, Ihre Freunde treffen, Ihren Hobbys nachgehen. Entspannungskurse, Yoga, Meditation sind auch gute Möglichkeiten, den Stress abzubauen.

Entspannung

  • In beruflichen Netzwerken austauschen

Ein Austausch mit Kollegen (natürlich unter Bewahrung der Schweigepflicht) ist eine große zusätzliche Unterstützung im Arbeitsalltag. Zum einen hilft es, über die erlebten Situationen mit anderen zu sprechen. Zum anderem gelingt es dadurch, diese Situationen besser einzuschätzen und die Ursachen vom entstandenen Stress gemeinsam zu analysieren.

  • Professionelle therapeutische Hilfe holen

Wenn Sie merken, dass Sie trotz allen Bemühungen immer häufiger an Ihre Belastungsgrenze kommen und dies sich in Form von Magenschmerzen, Schlafstörungen oder Migräne äußert, sollten Sie eine professionelle Hilfe holen. Psychologische Beratung oder therapeutische Supervision bieten Ihnen die Möglichkeit, sich mit der schwierigen Situation auseinanderzusetzten und bestimmte Lösungsstrategien zu erarbeiten.

 Nützliche Links:

Oberkampf, N. (2013) Dolmetschen im medizinischen Bereich – Mitfühlen, aber nicht mitleiden. Fachzeitschrift MDÜ. Heft 3. http://www.medlexis.de/documents/2013-3_MDUE_Dolmetschen-im-medizinischen-Bereich.pdf (10.03.2015)

Akademie für Psycho-Onkologie München (2015). Fallbesprechung für Dolmetscher im Gesundheitswesen für den russischen Sprach- und Kulturraum. http://www.a-pom.de/fallbesprechung_dolmetscher.php (10.03.2015)

 

 

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